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Szene/ Dramaturgie
Parallelen werden greifbar
Handlungsstränge beim "König von Münster"
Was hat Michael Jackson mit dem König der Täufer zu tun? Mit dieser auf den ersten Blick abwegigen Frage werden die Zuschauer konfrontiert. Ihr werden sie sich kaum entziehen können. Ein buntes und lautstarkes Schauspiel vollzieht sich im Herzen der Westfalen-Metropole.

Mit Bläser-Fanfaren wird das Spektakel eröffnet und schon zu Beginn schleicht sich
moonwalkend-kontrapunktisch der "King of Pop" in das Renaissance-Getümmel. Das
Publikum wird entführt in die Zeit der Täufer. Wesenszüge des Täuferreiches werden
ins Bewusstsein gerufen. Mit musikalisch-tänzerischen Elementen wird die
Atmosphäre jener Zeit abgebildet.

Höhepunkt der Handlung ist die Proklamation Jan van Leidens zum "König des
neuen Jerusalem" und der sich anschließende gewaltsame Niedergang des
Täuferreiches.

Am Ende steht der gefeierte König ganz allein da. Sogar seine Mutter, die zuvor in
einer Arie aus dem Meyerbeer-Oper "Le Prophete" noch um sein Seelenheil gefleht
hat, sagt sich von ihm los.

Zurück zur Ausgangsfrage: Eine Antwort soll an dieser Stelle nicht gegeben werden.
Im Verlauf der Inszenierung werden Parallelen zwischen den beiden Gestalten
greifbar. Wie sich allerdings die verschiedenen Stränge miteinander in Beziehung
setzen lassen, darüber soll das Publikum selbst befinden.
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