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Presse
Installation aus Hiltrup
Künstler Michael Rickert plant Performance,
in der Jan van Leyden Michael Jackson trifft.
HILTRUP Der "King of Pop", Michael Jackson und "Wiedertäufer-König" Jan
van Leyden stehen im Fokus der Installation/Performance "Der König von Münster 2010".



Für die Aufführung von »Der König von Münster 2010« fertigten Kunstschüler des KvG diese
beiden Tonfiguren von Jan van Leiden (l.) und Hauptfrau Divara an. (Foto: Peter Sauer)


Künstler und Kunsterzieher Michael Rickert will das Spektakel am 25. Juni mit
rund 100 Schülern des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums (KvG) auf dem
Lamberti-Kirchplatz in Münster zeigen.
Am Dienstag stellte er sein Projekt im Best Western Hotel Krautkrämer vor,
wo noch bis Sonntag rund 30 Rickert-Gemälde zu sehen sind.
Kunst-, Literatur-, Musik- und Geschichtsschüler des KvG arbeiten
seit Monaten Hand in Hand für den "König von Münster 2010".
Die beiden Open-Air-Aufführungen finden an einem der höchsten Feiertage der Täufer,
dem Tag der Befreiung 1534, statt.
Der 25. Juni ist aber auch der erste Todestag von Michael Jackson.
Für Rickert sind sich Jackson und Wiedertäuferkönig van Leyden ähnlich:
"Sie waren und sind schillernde Figuren der Weltkultur mit einem schizoiden Hang,
etwas Anderes sein zu wollen, als sie wirklich waren."
Von den beiden Hauptfiguren des Stücks, van Leyden und seine Hauptfrau Divara,
präsentierte Rickert nun die ersten Tonabdrucke.
50 lebensgroße weiße Plastiken aus Pappmachee werden in der Inszenierung
die beiden Hauptakteure in konzentrischen Halbkreisen umringen.
Es ertönen Renaissance-Fanfaren. Mittendrin singt,
ganz in weiß, Michael Jackson seinen Hit "Beat it!" ("Hau ab").
Den Text versteht Rickert als symbolischen "Brüllen gegen die Täufer-Herrschaft".
Herolde rezitieren auf Mittelniederdeutsch historische Quellen.
Spielszenen aus Friedrich Dürrematts "Wiedertäufer" und Renaissance-Tänze folgen. Zuschauer und Passanten können die Figuren-Gruppen in
den Spielpausen jederzeit durchqueren.
"Das ist Teil der Performance", erklärt Rickert.
Das Stück wird später auch in den Räumen der
Kulturstiftung der Westfälischen Provinzial aufgeführt.
Rickert hofft auf höhere Weihen. "Die Chancen stehen gut,
beim Kinder-des-Olymp-Wettbewerbs der Kulturstiftung der Länder mitmachen zu können."

Von Peter Sauer
EMSDETTENER ZEITUNG
21.04.2010
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